Tunesische Landschildkröte

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  Tunesische Landschildkröten, Biotop-Bericht, SIGS
Bericht aus der Vereinszeitung "SIGS-Info"
der Schildkröten-Interessengemeinschaft Schweiz (SIGS)
im Juni 2001 (Teil 1) und September 2001 (Teil 2)
mit freundlicher Genehmigung des Autors


Die "Tunesische Landschildkröte"
(Testudo graeca graeca)

Beobachtungen im natürlichen Lebensraum und Bemerkungen zur Haltung und Nachzucht
Von Urs Jost


Einleitung

In den letzten 10 bis 15 Jahren wurden immer wieder Landschildkröten von Touristen illegal in die Schweiz eingeführt. Die Besitzer dieser mediterranen Landschildkröten waren meist völlig unerfahren im Umgang mit Schildkröten und haben auf Drängen ihrer Kinder die Tiere auf einem Touristen-Souk gekauft. Waren die Schildkröten erst mal in der Schweiz, haben dann die Probleme erst begonnen. Im September/Oktober verhielten sich die Tiere dann nicht so, wie die Schildkrötenhalter dies von den Schildkröten, welche sie in ihrer Kindheit pflegten (meist Testudo hermanni boettgeri) gewohnt waren. Mit dem Einsetzen der feucht-kühlen Witterung Ende August begann bei den Tunesiern meist die Nase zu rebellieren (Erkältung, Lungenentzündung) und schon bald stellte sich eine Nahrungsverweigerung ein.
Zu diesem Zeitpunkt werden dann die Schildkrötenpfleger aktiv und und suchen dann entweder via Tierarzt oder direkt bei SIGS-Mitgliedern Rat. So bin ich dann im Laufe der Zeit zu einer kleinen Gruppe "Tunesischer Landschildkröten" gekommen. Diese mussten normalerweise erst gesund gepflegt werden.

Der Markt in Tunesien

Weil ich nun im Besitz von "Tunesischen Landschildkröten" war und weil der Reiseveranstalter uns kurzfristig ein sehr günstiges Angebot für einen zweiwöchigen Urlaub in Tunesien anbot, sind wir im August 1999 nach Hammamet geflogen.
Unsere erste Aktivität in Sachen Schildkröten war der Besuch des Touristen-Souk in der Medina von Hammamet. Schon an den ersten Souvenierständen wurden uns neben Wasserpfeifen, Teppichen und Trommeln auch Tiere zum Verkauf angeboten. Neben verschiedenen mehr oder weniger hässlich präparierten Schlangen (Eryx Jaculus, Coluber hippocrepis, Malpolon monspessulanus, Malpolon moilensis, Cerastes cerastes, Cerastes vipera), Echsen (Chamaeleo chamaeleon, Eumeces schneiderii, Scuincus scincus) und Skorpionen, wurden uns auch lebende Schildkröten präsentiert. Praktisch an jedem zweiten Stand befand sich unter dem Tisch eine Kartonschachtel oder eine Kunststoffkiste mit 20 - 30 meist sehr jungen Testudo graeca graeca. Ausgewachsene Tiere bekamen wir nur durch Nachfragen bei einem einzelnen Händler zu Gesicht. Gespräche mit den Händlern zeigten bald, dass sie die Schildkröten nicht selbst gesammelt hatten, sondern Kindern und Jugendlichen abkauften.
Im Weiteren besuchten wir den Wochenmarkt in Nabeul. Neben der gleichen Situation wie mit den Tieren bei den Händlern in der Medina von Hammamet waren hier auch einige Jugendliche vor Ort, welche nur einige wenige lebende Schildkröten und Chamäleons zum Verkauf anboten. Nach langem Hin und Her, unser Französisch ist leider nicht sehr gut, haben sich drei dieser "Reptilienfänger" und "-händler" bereit erklärt, mit uns in die Biotope zu fahren, wo sie die Schildkröten finden und absammeln. 


Erwachsenes Männchen der "Tunesischen Landschildkröte" Testudo graeca graeca, Foto: Urs Jost


Allen Unkenrufen zum Trotz (Sommerruhe der Schildkröten) haben wir im heissen August einige aktive "Tunesische Landschildkröten" in ihrem natürlichen Habitat beobachten können. Im 1. Teil möchte ich über die Beobachtungen in der Natur und in einem 2. Teil über die Haltung und Nachzucht dieser interessanten Schildkröten in menschlicher Obhut berichten.

Freilandbeobachtungen in Nordtunesien

Vom 1. Bis 14. August 1999 weilten meine Frau Heidi und ich in einer Hotelanlage in Hammamet. Das einst verschlafene Fischerdorf ist heute einr der führenden Badeorte in Tunesien. Entlang der Küste reiht sich eine Hotelanlage an die andere, und ausser der Medina erinnert nicht mehr viel an eine Vergangenheit mit der Besiedlung durch die Römer (2. Jh. V. Chr.), Normannen, Hafsiden, Korsaren.
Tunesien ist das nördlichste Land Afrikas mit einer fläche von 164.150 km². Dies entspricht etwa der Hälfte der Fläche Italiens. Beinahe die Hälfte des Landes ist Wüste. Tunesien besitzt einen Küstenstreifen von etwa 1300 km. Die höchsten Berge sind der Djebel Chambi (1544 m) und der Djebel Mrhila (1378 m).
Der Norden und ein Grossteil des Ostens geniessen Mittelmeerklima. Mit 2907 Sonnenstunden im Jahr ist der Norden eine der wettersichersten Regionen der Erde.
Die Sommer sind gewöhnlich heiss und trocken, die Winter feucht und mild. Die durchschnittliche Regenmenge in Tunis liegt bei durchschnittlich 461 mm / Jahr, wobei die regenreichsten Monate Oktober bis Januar sind. In den Sommermonaten Juni, Juli, August fällt auch im Norden so gut wie kein Regen. 
Im Süden beträgt die jährliche Niederschlagsmenge weniger als 150 mm. Die Niederschläge fallen vor allem in mittleren und südlichen Tunesien sehr unregelmässig, und es knn auch zu längeren Trockenperioden kommen. 
In den wärmsten Monaten von Juni bis September liegen die mittleren Temperaturen in Tunis zwischen 22,8°C  und 26°C. Die mittleren Maximaltemperaturen zwischen 29°C und 32°C. Die mittleren Temperaturen im Winter schwanken zwischen 10,2°C und 11,6°C und die mittleren Minimaltemperaturen zwischen 7°C und 8°C. 

Tabelle 1: Klimadaten Tunis

Tabelle 2: Klimadaten Gafsa

Vegetation

Die Regenfälle im Norden des Landes begünstigen das Wachstum von Kiefern, Eichen, Korkeichen, Walnuss und Mandelbäumen. 
Große Teile des Nordens und auch der nichtkultivierten Küstenregion sind mit Macchia bedeckt. Diese niederwüchsige Ersatzformation (1 - 2 m) für vernichteten Wald sind sehr dichte Hartlaubgesellschaften mit, je nach Untergrund, charakteristischen Bäumen und Sträuchern. 
Auf Kalk wachsen besonders Wacholder (Juniperus phönica), Kermeseiche (Quercus coccifera), Rosmarin (Rosmarinus officinalis), Mastixstrauch (Pistacia lentiscus), Schneeball (Viburnum tinus) und Steinlinde (Phillyrea angustifolia). Auf Granit herrschen Ginsterarten (Genista, Cytisus, Ulex, Chamaespartium), Sonnenröschen (Halimium), Schopflavendel (Lavandula stoechas) und Landanstrauch (Cistus landanifer) vor. Bei starker Beweidung, nach Brand und wenn der Boden zu flachgründig wird, degeneriert die Macchia zur Garrigue. 
Entlang von Wegen und zu Grenzen von Kulturland wachsen überall die von Spaniern aus ihrer karibischen Heimat gebrachte Kaktus- oder Berberfeigen (Opuntia ficus) sowie Agaven (Agava americana).  Sie bilden zusammen mit Oleander- und Bougainvilleensträucher oft dichte, undurchdringliche Hecken. 

Systematik

Die "Tunesische Landschildkröte" (Testudo graeca) gehört zur Familie der Landschildkröten (Testudinidae) und ist, wie alle Vertreter der Landschildkröten, der Unterordnung der Halsberger (Cryptodira) zuzuordnen.
Testudo graeca bildet zusammen mit der ebenfalls in Nordafrika beheimateten Ägyptischen Landschildkröte (Testudo kleinmanni), der Asiatischen Steppenschildkröte (Testudo horsfieldii), den europäischen Arten Griechische Landschildkröte (Testudo hermanni) und der Breitrandschildkröte (Testudo marginata) die Gattung Testudo (ERNST & BARBOUR 1989, IVERSON 1992). 
Die "Tunesische Landschildkröte" wird von den meisten Autoren der Nominatform Testudo graeca graeca zugerechnet. (MERTENS  1946, IVERSON 1992, FRITZ et al 1996, SCHLEICH et al. 1996, PIEH 200c).
HIGHFIELD & MARTIN (1989a, b) und  HIGHFIELD (1990) stellten während der letzten Jahre für Nordafrika eine neue Schildkrötengattung auf und beschrieben zwei neue Schildkrötenarten Testudo flavominimaralis aus Libyen und Furculachelys nabeulensis aus Tunesien. Gleichzeitig revalidierten sie die bis anhin als Synonym für Testudo graeca geführte Testudo whitei BENNETT 1836 aus Algerien, die sie gleichfalls in die neue Gattung Furculachelys überstellten (PIEH 2000c). Der Gattungsname Furculachelys ist abgeleitet von der Bezeichnung Furcula (=Gabel) und Chelys (=Schildkröte). Die Gabelung bezieht sich auf des Suprapygalschild des Knochenpanzers. Der Artname nabeulensis der "Tunesischen Landschildkröte" bezieht sich auf die Typuslokalität Nabeul  (= Region und Stadt) im Norden Tunesiens (ROGNER 2001).
Die zietierten Arbeiten von HIGHFIELD & MARTIN (1989a, b) und HIGHFIELD (1990) finden allgemein unter den Herpetologen keine Akzeptanz. Unter anderem, weil das verwendete Datenmaterial von nur wenigen, meist in Gefangenschaft gehaltenen Tieren unklarer Herkunft stammt und die Variationsbreite der verwandten Charakteristika keine Beachtung fand (PIEH 2000). Der Auffassug von FRITZ et al. 1996 folgend, werden diese Taxa zumindest vorläufig als Synonyme von Testudo graeca graeca LINNEAUS 1758 betrachtet (PIEH 2000c).
Ich werde mich in dieser Arbeit ebenfalls der Argumentation von FRITZ et al. (1996) und PIEH (2000c) anschliessen. Ich werde jeweils für diese lokale Form von Testudo graeca graeca die deutsche Bezeichnung "Tunesische Landschildkröte" in Anführungs- und Schlusszeichen  verwenden. 

Verbreitung

Die Nominatform der Maurischen Landschildkröte (Testudo g. graeca) ist in Spanien, Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen verbreitet (IVERSON 1992, SCHLEICH et al. 1996). Auf Sardinien lebt ebenfalls eine Population von Testudo g. graeca, welche vermutlich auf die Einschleppung durch den Menschen zurückzuführen ist. In Tunesien selbst lebt Testudo g. graeca im Norden und entlang der Küste im sogenannten Sahel bis zur Libyschen Grenze (HIGHFIELD 1990, IVERSON 1992). Im Norden, bedingt durch das feuchtere Klima, dringt T. g. graeca auch ins Landesinnere vor, während sie im Süden vor allem entlang eines relativ schmalen Küstenstreifens verbreitet ist (IVERSON 1992). 
Rogner (2001) berichtet, daß nach Auskunft Einheimischer die Schildkröten vor allem zwischen April und Juli in der Umgebung von Nabeul, Tunis, Kairouan und Sousse beobachtet werden können.

Beschreibung

Die "Tunesische Landschildkröte" fällt vor allem durch ihre geringe Größe auf. Weibliche Tiere sind bereits mit einer Größe von 13,5 cm und einer Masse von ca. 600 g und Männchen bereits mit 10 cm und 250 g geschlechtsreif (HUFER und BÜDDEFELD 2000). Das größte von uns vermessene Weibchen hatte folgende Masse: Carapaxlänge (Stockmaß) 15,9 cm und ein Gewicht von 785 g, das grösste Männchen eine Carapaxlänge von 13,7 cm und eine Masse von 510 g.


Ein schön gezeichnetes Männchen von Testudo graeca graeca   Foto: Urs Jost

Der Carapax ist in seiner Grundfärbung gelblich. Die Schilder haben meist klar erkennbare schwarze Flecken sowie eine schwarze Umrandung. Die meisten Tiere sind sehr hell, wir haben aber auch einige dunkle, alte weibliche Tiere beobachtet. Der Plastron ist horfarben, mit mehr oder weniger nicht klar abgegrenzten schwarzen Flecken. Die Schildkröten haben einen deutlich höher gewölbten Rückenpanzer als die sonst bekannten Vertreter der Maurischen Landschildkröte (Testudo graeca graeca). Bei jungen Tieren scheint der Schwarzanteil am Plastron tendentiell höher zu sein als bei geschlechtsreifen Tieren. Die Beine und auch der Hals sind von gelblicher Farbe. Auf dem dunkel gefärbten Kopf befindet sich in der Regel an der Stirn ein gelber Fleck. 
Das Schwanzschild ist ungeteilt. Bei adulten Männchen ist das Schwanzschild (Caudale) deutlich hervorgewölbt. Auf den Hinterbeinen besitzen sie, wie fast alle Testudo graeca-Formen, kegelförmige Höckerschuppen. Die Tiere haben fünf Krallen an den Vorderbeinen und vier an den Hinterbeinen. 

Lebensraum

An zwei Morgen von 8:00 bis 11:00 Uhr und an einem Nachmittag von 13:00 bis 16:00 Uhr waren wir in drei Biotopen um die Stadt Nabeul herum auf der Suche nach Landschildkröten.


Biotopaufnahme am Fundort 1   Foto: Urs Jost


Fundort 1: Nachdem wir uns mit unseren drei Führern am  Wochenmarkt von Nabeul auf eine Exkursion einigen konnten, trafen wir uns am nächsten Morgen wiederum am Standort ihres kleinen Verkaufsstandes vom Vortag. Gespannt waren wir auf die Autofahrt in's bevorzugte Sammelgebiet unserer drei "Schildkrötenspezialisten". 
Das Wetter war sonnig und klar und wir hatten bis zum Mittag mit hohen Temperaturen zu rechnen. Nach einer kurzen Autofahrt durch die Strassen von Nabeul gelangten wir aussehalb der Stadt in eine Agrarzone, in welcher die einheimischen Bauern ihre Felder bestellten. Mais, Tomaten, Bohnen, Oliven, Feigen und diverse andere Feldfrüchte wurden angebaut. An den Rändern der Felder waren immer wieder Hecken mit riesigen Berberfeigen und Agaven. Nach der Angabe unserer Begleiter seien hier die Schildkröten häufig: Wir müssten vor allem entlang der Ränder der Felder suchen und auch immer wieder in Erdlöchern nachschauen, da dort die Tiere übernachten und sich auch von der sengenden Sonne zurückziehen. Nach etwa 30 Minuten fanden wir an einem Geländeabbruch, welcher zu einem ausgetrockneten Flussbett führt, eine juvenile "Tunesische Landschildkröte" beim Sonnenbad. Unten an diesem Geländeabbruch war eine Wasserfassung mit einem kleinen Pumpwerk, welches Wasser für die Felder in ein Bewässerungssystem pumpt. Da die Leitungen leck waren, floss einiges Wasser aus. Es bildete sich am Fusse des geländeabbruchs eine Wasserlache, und trotz der Trockenheit wuchs ein grüner Teppich von Gräsern. An dieser Stelle fanden wir im Umkreis von 10 Metern drei ausgewachsene Tiere beim Fressen und Wassertrinken. Bei den Schildkröten handelte es sich um zwei Weibchen und ein Männchen. 

Fundort 2: Am übernächsten Morgen trafen wir uns mit unseren Führern um 7:00 Uhr vor unserem Hotel, um in die Hügel landeinwärts bei Nabeul zu fahren. Auch an diesem Tag war das Wetter sonnig und sehr warm. Wir mussten also den frühen Morgen nutzen, wenn wir Schildkröten sehen wollten. 
Das Biotop befand sich an der Strasse von Nabeul nach Grombalia. Die Hügel sind hier zum Teil recht stark bewachsen. Zu ausgetrockneten Bachbetten fällt das Gelände oft sehr stark ab. An diesen Stellen sieht man auf Grund der Geländeerosion sehr schön, dass es immer wieder zu sehr starken Regenfällen kommen muss. Zwischen den hohen Büschen und Bäumen sind immer wieder Lichtungen mit typischer Garigue-Vegetation. Es gibt Lichtungen, die komplett mit Ginster bewachsen sind. In diesem Gebiet konnten wir einige adulte, wie auch juvenile Tiere finden. 
Zum Teil waren die Tiere aktiv oder sassen vor ihren Wohnhöhlen beim Sonnenbad. In diesen Hügeln ist mittels eines grossen Erdwalls ein Stausee zur Wassergewinnung für die Landwirtschaft angelegt. An diesem See hielten wir Ausschau nach Süsswasserschildkröten (Mauremys leprosa, Emys orbicularis). Leider haben wir keine Anzeichen für das Vorhandensein von Wasserschildkröten gefunden. Auf Grund der noch spärlichen Vegatation ist aber anzunehmen, dass dieser Stausee noch nicht sehr lange besteht und so noch nicht von Wasserschildkröten besiedelt wurde. 
An diesem See fanden wir abe unter einem einsamen kleinen Rosmarinbusch eine weibliche "Tunesische Landschildkröte". Bei diesem Tier handelt es sich um die grösste von uns gefundene Schildkröte.

Fundort 3: Am dritten Schildkröten-Exkursionstag hatten unsere drei Begleiter leider ihr Auto nicht zur Verfügung. Ausserdem war es zwei der jungen Burschen, trotz des schönen Trinkgeldes, welches sie jeweils nach der Exkursion kriegten, anscheinend doch zu langweilig, mit zwei "schildkrötenverrückten" Europäern in der Hitze des Tages nach Schildkröten zu suchen. Der Tag schien uns aber zur Schildkrötensuche geradezu ideal, hatte es doch am Morgen geregnet, und auch während des Nachmittags war es dicht bewölkt. Wir haben uns dann mit Chaled auf einen Shuttle-Transport mit seinem 50 ccm Motorrad geeinigt. Nach dieser abenteuerlichen Fahrt, wiederum an den Stadtrand von Nabeul, haben wir uns eine andere Seite der Felder und Gärten angeschaut. Vor allem einen Olivenhain und ein Feld mit einer alten Wasserpumpe, welche in früherer Zeit von einem sich tagelang im Kreis drehenden Dromedar angetrieben wurde, war sehr ergiebig. Die Hecken um die Felder bestanden auch hier wieder aus Kaktusfeigen und Agaven. Auf nicht bewirtschafteten Flächen wächst Ginster. An diesem Nachmitta konnten wir wieder fünf ausgewachsene und drei juvenile Tiere von T. g. graeca beobachten. 


Zeichnung von Testudo graeca graeca         Foto von Urs Jost
 

Biologie

Aufgrund von drei kurzen Exkursionen in den Lebensraum der "Tunesischen Landschildkröte" kann sicherlich nicht viel und sicher nichts abschliessendes über deren Biologie ausgesagt werden. Andererseits haben wir doch einige interessante Beobachtungen gemacht, welche ich hier, ergänzt mit Literaturzitaten, wiedergeben möchte.

Thermoregulation

Die tagaktive "Tunesische Landschildkröte" Testudo g. graeca erscheint auch im Hochsommer beim ersten Sonnenschein am frühen Morgen aus ihrem Versteck zu einem Sonnenbad. Aktiv an der Sonne konnten wir die Schildkröten bei Sonnenschein nur bis ca. 10:00 Uhr beobachten. Nach dieser Zeit haben wir sie nur noch im Halbschatten unter Büschen oder in Erdhöhlen gefunden. 
Das weibliche Tier am Fundort 2 am Stausee haben wir um die Mittagszeit unter einem kleinen Rosmarinbusch im letzten spärlichen Schatten gefunden. Das Tier war offensichtlich überhitzt und hatte Schaumabsonderungen vor dem Maul. Nach einer Phase der Abkühlung haben diese Schaumabsonderungen sofort aufgehört. Am Mittag und Nachmittag ziehen sich die Schildkröten meist in selbstgegrabene Höhlen zurück, welche kühl und auch immer leicht feucht waren.
Bei der dritten Exkursion in Fundgebiet 3 fanden wir auch am Nachmittag aktive Schildkröten. Dies war eindeutig auf die kühleren Temperaturen aufgrund der Regenfälle am Morgen und den bedeckten Himmel am Nachmittag zurückzuführen.


Bauchzeichnung eines Männchens von Testudo graeca graeca     Foto Urs Jost

BÜDDEFELD (HUFER & BÜDDEFELD 2000) beobachtete nördlich von Baloum, 40 km von der Küste entfernt, zwei aktive T. g. graeca in offenem Gelände. Es herrschten an diesem Septembertag Temperaturen von 34,7 °C bei einer Luftfeuchtigkeit von 64%.

Ernährung

Testudo g. graeca aus Tunesien wird sich, wie alle Testudo graeca-Formen, rein vegetarisch ernähren. Aufgrund der klimatischen Bedingungen und der saisonalen Schwankungen im Angebot an Futterpflanzen sind vor allem im Sommer nur noch dürre, faserige und ballaststoffreiche Futterpflanzen vorhanden. Wir konnten die "Tunesische Landschildkröte" nur am Fundort 1 bei der Wasserstelle beim Fressen beobachten. Durch den Wasseraustritt bestand hier eine grüne Pflanzendecke aus sehr robusten Gräsern, welche von einer weiblichen Schildkröte gefressen wurden. Diese Beobachtung dürfte aber für den Sommer sicherlich nicht repräsentativ gewesen sein, war doch im weiteren Umfeld alles sehr trocken und dürr.
ROGNER (2001) beobachtete T. g. graeca in Tunesien beim Verzehr von Rosenlauch (Allium roseum) und von Gänsedisteln (Sonchus sp.). Gerade im Sommer werden neben trockenen Gräsern und Disteln sicherlich sukkulente Pflanzen zum Nahrungsangebot gehören. Können doch die Schildkröten durch die Wasserspeicherfähigkeit der Sukkulenten ihren Wasserbedarf decken.

Fortpflanzung

Bezüglich der Fortpflanzungsbiologie der "Tunesischen Landschildkröten" in freier Natur scheint nicht viel bekannt zu sein, oder zumindest nicht publiziert. Die Hauptpaarungszeit dürfte sich aufgrund der klimatischen Verhältnisse im Frühling auf den März und den April konzentrieren. Aber auch im Herbst dürfte auch eine verstärkte Paarungsaktivität zu beobachten sein. SCHLEICH et al. (1996) gibt für Testudo g. graeca aus Libyen beobachtete Paarungen im Frühling in April und Mai und im Herbst in Oktober und November an. Aus Terrarienbeobachtungen geht hervor, dass sich die Paarungen auch nicht anders abspielen als bei bekannteren Testudo graeca-Formen. Die Männchen verfolgen die Weibchen in erstaunlichem Tempo, wobei die Weibchen immer wieder mit dem Panzer gerammt werden. Auch vor Bissen ind die Gliedmassen und den Hals oder Kopf der Weibchen schrecken die paarungswütigen Männchen nicht zurück. Beim eigentlichen Aufreiten werden vom Männchen gut hörbare Laute ausgestossen, welche aufgrund der geringen Grösse der Tiere höher tönen als z. B. bei Testudo graeca ibera.
Es werden ein bis zwei Gelege pro Saison abgelegt (SCHLEICH et al. 1996). HUFER & BÜDDEFELD (2000) berichten über drei Gelege unter Terrarienbedingungen. Die Eiablagezeiten dürften, bezogen auf die Hauptpaarungsaktivitäten, auf den Mai und Juni fallen. Die Grösse der Gelege schwankt zwischen 2 und 7 Eiern (SCHLEICH et al. 1996). Die Eier werden anch "Testudo-Manier" in einer birnenförmigen Eigrube abgelegt, welche eine Tiefe von 14 cm erreichen kann. HUFER & BÜDDEFELD (2000) berichten von einer Eigrubentiefe von 12 - 25 cm.
Beim Fundort 2 konnten wir auf einer Ebene, welche dicht mit Ginster bewachsen ist, einen vermutlichen "Masseneiablageplatz" der "Tunesischen Landschildkröte" finden. Verschiedene ausgegrabene und zerstörte Gelege waren auf engstem Raum auszumachen. Zwischen den Gelegen waren Abstände zwischen 50 und 100 cm. Wer die Gelege ausgegraben und gefressen hat, entzieht sich unserer Kenntnis. Wir haben an dieser Stelle ein aufgegrabenes, aber unversehrtes Gelege gefunden, welches aus 6 Eiern bestanden hat. Die Eier waren praktisch kugelrund und hatten folgende Länge in mm 28, 29, 30, 32, 33, 33. HIGHFIELD (1990) gibt einerseits Grössen von 15 x 13 mm und andererseits Grössen von 24,5 - 31 x 31,5 - 38,5 mm an.


Masseneiablageplatz, mit Ginster bewachsen, bei Fundort 2             Foto Urs Jost

Eine spezielle Legestrategie, wie sie HERSCHE (2000) beschreibt, in dem die "Tunesische Landschildkröte ihre Eier einzeln vergraben soll, konnte weder in menschlicher Obhut noch in der Natur nachgewiesen werden.
SCHLEICH et al. Geben Inkubationszeiten in Abhängigkeit von der Bruttemperatur an: 27 - 29 °C in 87 - 90 Tagen, 29 -30 °C in 78 - 81 Tagen, 30 - 33°C in 73 - 80 Tagen. Aus dieser Arbeit ist aber nicht ersichtlich, ob es sich bei diesen Angaben um Untersuchungen in der Natur oder in menschlicher Obhut handelt. ROGNER (2001) berichtet, daß ab Ende Juli an dichter bewachsenen, schattigen Stellen Jungtiere zu finden seien, welche dann auch häufig für den Souveniermarkt eingesammelt würden.

Winter-/Sommerruhe

Von vielen Haltern der Schildkröte wird angenommen, dass diese Teire eine ausgiebige Sommerruhe (Aestivation) zwischen Ende Juni und September einlegen, andererseits im Winter aufgrund des milden Klimas ihre Aktivitäten nur zum Teil einschränken. Beim Betrachten von Klimakarten (MÜLLER 1996) der Oase Gafsa fallen mittlere Minimaltemperaturen im Januar von 4.0°C und absolute Minimaltemperaturen von -6.0°C auf. Auch in Tunis herrschen im Januar mittlere Minimaltemperaturen von 7.0°C und absolute Minimaltemperaturen von 0.0°C. Unter der Annahme, dass die "Tunesische Landschildkröte" nach den Angaben von IVERSON (1992), HIGHFIELD (1990) und SCHLEICH et al. (1996) bis in den Süden an die Libysche Grenze und darüber hinaus vorkommt, muss damit gerechnet werden, dass vor allem im Süden eine Winteruhe eingehalten werden muss.
Bezüglich der Sommerruhe ist zu vermerken, dass wir im August 1999 an nur drei Halbtagen 23 aktive "Tunesische Landschildkröten" in der Natur gefunden haben. Das Klima war für diese Jahreszeit als normal zu bezeichnen. Auch BÜDDEFELD (HUFER & BÜDDEFELD 2000) fand im September 1999 zwei aktive Landschildkröten. Wenn man das riesige Angebot von frisch gefangenen Landschildkröten auf den Souveniermärkten in den Sommermonaten in die Betrachtungen einbezieht, kann davon ausgegenagen werden, dass die Landschildkröten mindestens im Norden von Tunesien keine absolute Sommerruhe einlegen. Vielmehr dürfte sich diese Ruhephase je nach Temperatur und Futterangebot auf einige Tage oder maximal Wochen beschränken und evtl. in mehrere Phasen aufgeteilt sein. In Gebieten wie im Beobachtungsort 1 mit dem Vorhandensein von Wasser und daraus folgend einem ganzjährigen Futterangebot, dürften die Schildkröten während des ganzen Sommers aktiv sein.

Begleitherpetofauna

An den Schildkrötenfundorten konnten ausser den Landschildkröten folgende Amphibien und Reptilien beobachtet werden.
Fundort 1 und 3:
Eidechsennatter (Malpolon monspessulanus), Sandrennnatter (Psammophis schokan), Europäisches Chamäleon (Chamaeleo chamaeleon), Mauergecko (Tarentola mauretanica), Erzschleiche (Chalcides chalcides), Gefleckter Walzenskink (Chalcides ocellatus), Fransenfinger (Acanthodactylus spec), Grünfrosch (Rana saharica).

Fundort 2:
Vipernatter (Natrix maura), Eidechsennatter (Malpolon monspessulanus), Europäisches Chamäleon (Chamaeleo chamaeleon), Mauergecko (Tarentola mauretanica), Erzschleiche (Chalcides chalcides), Fransenfinger (Acanthodactylus spec), Grünfrosch (Rana saharica).

Gefährdung

Die großflächige Nutzung und Umformung der Landschaft und eine nachhaltige Landwirtschaft vor allem mit Monokulturen (Oliven) stellen heute die Hauptgefährdungsursachen der Landschildkrötenvorkommen in Nordafrika dar. So sind in Tunesien im direkten Vergleich mit Marokko und der Türkei Maurische Landschildkröten nur mit grösserem zeitlichen Aufwand und in geringerer Stückzahl auffindbar (HIGHFIELD 1990, PIEH 2000a,b , PIEH 2001).


Einer kauft immer ....     auf einem Souvenierstand in Gabes      Foto Urs Jost


Ein weiterer Punkt dürfte das Überweiden der Landschildkrötenbiotope mit Ziegen sein. Dies in zweierlei Hinsicht: Die Ziegen sind direkte Nahrungskonkurrenten der Schildkröten und andererseits weiden sie die Versteckplätze der Schildkröten vollkommen ab. Somit finden die Schildkröten keinen Schutz vor Prädatoren, wie Greifvögel (HUFER & BÜDDEFELD 2000).
PIEH (2000 b) berichtet von Marokko, dass Landschildkröten und Süsswasserschildkröten (Mauremys leprosa, Emys orbicularis) von den Einheimischen nicht gegessen werden. Vielmehr werden diese Reptilien mit Sympathie betrachtet und oftmals als Haustiere gehalten. Diese Feststellung konnten wir auch für Tunesien machen.

Eine weitere Ursache für Bestandsrückgänge liegt im weiterhin stattfindenden Handel mit diesen Tieren auf den Touristen-Souks. Berichte über den Ausverkauf der "Tunesischen Landschildkröten" haben seit Jahren Tradition. Untersuchungen in Marokko haben ein Handelsvolumen von 10.000 Individuen pro Jahr ergeben (DEVAUX in BAYLEY & HIGHFIELD 1996). Für Tunesien dürften diese Zahlen ebenfalls in ähnlicher Höhe liegen (WILMS 2000).
In den Touristenmärkten in Hammamet, Sousse, Nabeul und Gabes konnten wir lebende "Tunesische Landschildkröten" aller Größen und jeden Alters entdecken. Vor allem Jungtiere bis zum Schlüpfling mit Eischwiele und noch nicht verwachsener Bauchöffnung wurden angeboten. Die Tiere wurden offen in Kunststoff- oder Kartonkisten zum Verkauf aufgestellt. Adulte Tiere bekam man normalerweise nur zu Gesicht, wenn man nach ihnen fragte. Nur in Gabes wurden präparierte Schildkrötenpanzer feilgeboten. Auf den Märkten in Hammamet und Nabeul haben wir pro Tag und Markt etwa 100 - 200 Tiere geschätz. 
ROGNER (2001) zählte an einem Tag auf dem Markt in Sousse 643 Landschildkröten aller Altersstufen. PIEH (2001) fand auf dem Markt von El Jem und auf dem Houmt Souk auf der Insel Djerba lackierte Panzer zu Dekorationszwecken in grosser Stückzahl. 
Dieses offene anbieten ist unverständlich, wenn man bedenkt, dass Tunesien 1972 dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) beigetreten ist. PIEH (2001) bekam vom Händler beim Vortäuschen von Kaufinteresse gleich auch noch Tipps zum Schmuggel von Schildkröten. Nach Aussage der Händler scheint es niemanden (Behörden) zu interessieren, ob, und wenn ja, wieviele Schildkröten gehandelt werden.
Auch wenn zu den konkreten Auswirkungen des illegalen Handels mit Landschildkröten in Tunesien keine Untersuchungen vorliegen, so kann sich das Absammeln in diesem Umfang nur negativ auf die natürlichen Bestände auswirken. Untersuchungen von LAMBERT (1979) belegen Bestandsrückgänge von bis zu 86% in stark besammelten Gebieten in Marokko gegenüber Arealen in denen keine Störung der Populationen stattgefunden hat PIEH (2001).
Die Tiere werden nur für die Touristen aus Europa gesammelt und auf den Märkten angeboten. Wenn sich die Touristen an die Gesetze halten und keine Landschildkröten kaufen und nach Europa schmuggeln, werden die Händler dies sehr schnell merken und auch keine Tiere mehr zum Verkauf anbieten. Ausserdem sind gerade die Nordafrikanischen Landschildkröten in ihrer Haltung sehr heikel. Eine mehr oder weniger artgerechte Haltung ist mit einigem Aufwand von Zeit, Platz und Geld verbunden (Siehe dazu den Bericht weiter unten).


Jungtier von Testudo graeca graeca  im Biotop      Foto Urs Jost
 

Haltung und Nachzucht in menschlicher Obhut

Beschreibung der Zuchtgruppe

Zur Zeit besteht meine Gruppe von Testudo graeca graeca aus Tunesien aus 5 Tieren, welche zwischen 1998 und 1999 in die Schweiz importiert wurden. Keines der Tiere ist direkt aus Tunesien in meinen Besitz gekommen. Sie konnten von zwei verschiedenen Vorbesitzern als Verzichtstiere übernommen werden. Gfösse und Gewicht der Tiere siehe Tabelle 3.


Drei Weibchen und ein Jungtier von Testudo graeca im Biotop    Foto Urs Jost

Das Weibchen Nr. 1 wurde im Jahre 1999 übernommen. Es war von Anfang an in einem gesundheitlich ausserordentlich guten Zustand und gewöhnte sich ohne Probleme an die Haltungsbedingungen. Von ihm stammen auch die erfolgreichen Nachzuchten. Der Carapax dieses Tieres ist sehr hoch gewölbt und von gelber Grundfärbung mit schwarzen Zeichnungselementen. In der Aufsicht ist dieses Tier fast kreisrund.

Das Weibchen Nr. 2 kam 1998 in gesundheitlich desolatem Zustand in meinen Besitz. Auf beiden Seiten hatte es grosse Ohrenabszesse, welche es aufgrund der Schmerzen an der Nahrunsaufnahme hinderten. So war es auch komplett abgemagert. Die Abszesse wurden von Frau Dr. Eggenschwiler operativ entfernt und das tier nahm am zweiten Tag nach dem Eingriff wieder Nahrung zu sich. Bis zum heutigen Tag hat sich dieses Weibchen so weit erholt, dass es regelmässig Nahrung zu sich nimmt und sich auch sein Gewicht normalisiert hat. Aber von diesem Weibchen erfolgte bisher noch keine Eiablage. Dieses Weibchen besitzt einen extrem hoch gewölbten Carapax, welcher vermutlich auf eine Schildanomalie zurückzuführen ist.
Das Männchen Nr. 1 kam zusammen mit Weibchen Nr. 1 in meinen Besitz. Auch dieses Tier war gesundheitlich in gutem Zustand und hat sich nach anfänglicher Scheu gut an die Terrarienbedingungen angepasst. Der Carapax dieses Männchens ist sehr dunkel und durch eine gut verheilte Panzerverletzung leicht verunstaltet. Der Rückenpanzer ist langgezogen und leicht tailliert. 
Männchen Nr. 2 ist das kleinste Tier der Gruppe und wurde mir zur Ergänzung meines Bestandes 1999 überlassen. Es besitzt einen extrem hellen Rückenpanzer. Sein Carapax ist im Verhältnis zu den übrigen Tieren auch am flachsten und am meisten in die Länge gezogen und tailliert. Das Schwanzschild (Caudale) ist bei diesem Tier extrem ausgestellt.

Männchen Nr. 3 kam 1998 zusammen mit Weibchen Nr. 2 in meinen Besitz. Auch dieses Tier war stark erkältet und hatte schleimigen Nasenausfluss. Es nahm aber unter Terrarienbedingungen sehr schnell Nahrung zu sich und sein Zustand verbesserte sich sehr schnell. Dieses Tier ist von der Körperform her mit Männchen Nr. 2 zu vergleichen, ist aber leicht hochrückiger und viel dunkler.

Tabelle 3: Grösse und Gewicht der Zuchtgruppe im April 2001
Tier  Carapaxlänge
in mm
Carapaxbreite
in mm
Carapaxhöhe
in mm
Gewicht in g
W 1 gross 158 115 81 771
W 2 klein 141 112 72 479
M 1 gross 136 105 67 487
M 2 hell 128 92 64 370
M 3 dunkel 128 94 66 388

Haltung und Fütterung

Die ganze Gruppe wird je nach Witterung und Temperaturen von Mitte Mai bis Ende Aufgust in einem etwa 10,5 qm grossen Freigehege gehalten. Diese Anlage liegt an einem leicht nach Süden geneigten Hang und ist somit optimaler Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Sie ist mit Steinen, Wurzeln und Büschen stark strukturiert. Die Bepflanzung besteht aus Ginster (Genista spec.), Rosmarin (Rosmarinus officinalis), Thymian (Thymus vulgaris). Öhrchen-Habichtskraut (Hieracium lactucella) und verschiedene Fetthennenarten (Sedum spec.) dienen unter anderem auch als Futterpflanzen. Im Gehege steht zudem ein ungeheizter Frühbeetkasten, wie ich ihn auch zur Haltung von Europäischen Landschildkröten verwende (JOST 1995). Der Frühbeetkasten, mit den Ausmassen 100x50x40 cm (LxBxH), ist mit einem automatischen Lüfter vor Überhitzung gesichert.


Freilandterrarium für Testudo graeca graeca     Foto Urs Jost

Die Schildkröten werden je nach Witterung mit Wiesenkräutern (Löwenzahn, Spitz- und Breitwegerich, Klee, Wicken, frischem Gras, usw.) gefüttert. Im Frühbeeetkasten befindet sich zudem immer eine 10 cm dicke Schicht aus Heu. Welche eigentlich als Unterschlupf in der Nacht dient, aber von Zeit zu Zeit ergänzt werden muss, da die Schildkröten vor allem bei kühlen Aussentemperaturen gerne im Frühbeetkasten bleiben und Heu fressen.
Trotz der ariden Lebensräume, in denen die "Tunesische Landschildkröte" vorkommt, steht im Gehege ein kleines Wasserbecken. Dieses wird täglich mit frischem Wasser aufgefüllt und die Tiere trinken jeweils mit vollständig untergetauchtem Kopf in grossen Zügen daraus.
In der kühlen Jahreszeit von September bis Mitte Mai werden die "Tunesischen Landschildkröten" in einem L-förmigen Innengehege mit den Ausmassen 200x60 cm (LxB) und 125x50 cm (LxB) gehalten. Dieses Innenterrarium ist in einem 22 qm grossen Terrarienkeller fest eingebaut. Die Grundtemperaturen im Terrarienraum schwanken zwischen 25°C (Nacht) bis 32°C (Tag). 
Nach oben ist das Terrarium geöffnet, und der Terrarienboden ist vom eigentlichen Fussboden 30 cm abgehoben. Dieser doppelte Boden schützt die Tiere vor Zugluft, die durch undichte Türen und Fenster unweigerlich in jedem Raum über dem Boden entsteht. Gleichzeitig erlaubt er eine bessere Beobachtung der Tiere und auch die Handhabung der Geräte bei der Reinigung ist einfacher. Der Boden ist mit einem PVC-Belag versehen, welcher an den Rändern mit Silicon an den Terrarienwänden abgedichtet ist. Der Bodenbelag ist mit einer etwa 5 - 8 cm starken Schicht entstaubter Hobelspäne abgedeckt. Die Einstreu muss trotz täglicher Reinigung des Terrariums von Kot und Futterresten alle 4 - 5 Wochen vollständig erneuert werden. In zwei Terrarienecken sind durch Korkeichenröhren, welche mit Heu gefüllt sind, Versteck- und Schlafhöhlen eingerichtet.
Auch im Innenterrarium befindet sich eine flache Wasserschale. Spätestens nach jeweils 2 Tagen wird das Becken jeweils mit frischem Wasser gefüllt.
Dass Terrarium wird mit 3 18-W-Leuchtstoffröhren ausgeleuchtet. Zusätzlich sind zwei Mischlichtreflektoren der Marke Philps (160 W) 25 cm über dem Boden angebracht, welche lokale Bodentemperaturen von 45° - 50°C erzeugen. Der Sonnenplatz ist dem Futterplatz und den Versteckhöhlen entgegengesetzt. Diese Anordnung des Sonnenplatzes zu den Futter- und Versteckplätzen soll die Tiere zu zusätzlicher Aktivität zwingen.
Im Innenterrarium wird der Tag-/Nachtrhythmus umgedreht. Die Beleuchtung wird um 17:00 Uhr eingeschaltet und ist 12 Stunden bis um 5:00 Uhr Früh in Betrieb. Dies hat den Vorteil, daß der günstigere Nachtstromtarif des Elektrizitätswerkes angewandt wird, andererseits ermöglicht es mir, da ich tagsüber auswärtig tätig bin, die Tiere in den Abend- und Nachtstunden zu füttern, zu pflegen und zu beobachten. Verschiedene andere Terrarien stehen ebenfalls in diesem Raum. Die Beleuchtung der einzelnen Becken ist so gesteuert, dass sie einzeln ein- und ausgeschaltet werden. Dadurch entsteht ein Dämmerungseffekt. Durch ein kleines Fenster dringt während des Tages über einen Lichtschacht immer etwas Licht in den Terrarienraum. Die Tiere befinden sich so nie in absoluter Dunkelheit.
Die Fütterung im Innenterrarium besteht aus Gras und Wiesenkräutern. Sobald der Winter und die Nachtfröste das Grassammeln verunmöglichen, wird mit heu, Endiviensalat, Feldsalat und Chiccorée gefüttert. Heu steht im Terrarium jederzeit zur Verfügung, während Frischfutter nur alle 2 Tage gereicht wird.

Jahresrhythmus

Von Mitte Mai bis August sind die Tiere im Freilandgehege und sind, je nach Witterung, sehr aktiv und fressen intensiv. Ende August bis Ende September, bei sinkenden Temperaturen und den ersten Morgennebeln, werden die Tiere sehr schnell inaktiv, stellen die Nahrungsaufnahme ein und graben sich im Frühbeetkasten ein. Ende September werden die "Tunesischen Landschildkröten" aus der Freilandanlage ins Innenterrarium überführt. Die Temperaturen werden von September bis November durch periodisches Zuschalten durch Beleuchtungs- und Heizkörper bis auf die Temperaturen, wie in Abschnitt 3.1.2. beschrieben, erhöht. In dieser Zeit wird vermehrt mit einem Wasserzerstäuber gespritzt und der Boden relativ feucht gehalten (Simulation des Frühlings).
Von Dezember bis April werden alle Beleuchtungs- und Heizkörper voll betrieben (Lufttemperaturen von 30 - 32°C) und der Bodengrund wird trocken gehalten. In dieser Zeit sind die Tiere merklich weniger aktiv und nehmen auch weniger Futter zu sich. Das Sonnenbaden unter den Mischlichtreflektoren findet nur noch kurz statt.
Wenn man die ganze Jahresrhythmik betrachtet, so ist die Zeit von Ende September bis November der Frühling, von Dezember bis April der Sommer, von Mai bis August (im Freilandgehege) der Herbst und von Ende August bis Ende September der Winter (ebenfalls im Freilandgehege). Auch HUFER & BÜDDEFELD (2000) praktizieren diese Verschiebung der natürlichen Jahreszeitenabfolge bei ihren "Tunesischen Landschildkröten" mit Erfolg. Mit dieser Methode haben wir auch bei anderen Landschildkrötenarten, wie Dosenschildkröten (Terrapene spec.) und Scharnierschildkröten (Cuora spec.) einige Zuichterfolge erzielen können (JOST & JOST 2000).

Beobachtungen im Terrarium

Die "Tunesischen Landschildkröten" sind bei den ersten Sonnenstrahlen, oder im Innenterrarium beim einschalten der Beleuchtung sofort aktiv und auf Nahrungs- oder Partnersuche. Durch kurzes, intensives Sonnenbaden (im Innenterrarium unter der MLR-Leuchte) wird ihre Körpertemperatur auf optimale Werte gebracht. Nach einer etwa zweistündigen intensiven Aktivitätsphase ziehen sich die Tiere wieder in ihre Verstecke zurück. Am Abend oder vor Ausschalten der Beleuchtung im nnenterrarium erfolgt eine zweite Aktivitätsphase. In der aktiven Zeit sind vor allem die Männchen in erstaunlichem Tempo unterwegs, um Geschlechtspartnerinnen zu suchen oder Kommentkämpfe mit anderen Männchen auszutragen. Beim Umsetzen vom Innenterrarium ins Freilandgehege und umgekehrt kann eine erhöhte Paarungsaktivität festgestellt werden.

Haltungsprobleme

Ein generelles Problem bei der Haltung von Nordafrikanischen Landschildkröten sind Atemwegserkrankungen. Das in der englischen Literatur (HIGHFIELD 1996) als RNS (Runny Nose Syndrom) bezeichnete Krankheitsbild beginnt in Form eines Schnupfens, der sich in fortschreitendem Verlauf zu einer Lungenentzündung entwickeln kann (HUFER & BÜDDEFELD 2000). Das erste Anzeichen dieser Krankheit ist ein wässeriger Nasenfluss, der zunehmend intensiver wird.  In diesem Stadium schränkt die Schildkröte die Nahrungsaufnahme ein, bis sie letztlich die Nahrungsaufnahme verweigert. HUFER & BÜDDEFELD (2000) konnten letztendlich den Gesundheitszustand ihrer Tiere durch eine Optimierung der Haltungsbedingungen durch folgende Maßnahmen erreichen:

  • hohe Luftfeuchtigkeit
  • erhöhter Salzgehalt in der Luft
  • guter Wärmedämmung des Bodens
  • vermeiden der Staubentwicklung durch den Terrariengrund.

Die Feststellung von HUFER & BÜDDEFELD (2000) daß vor allem männliche Tiere von dieser Krankheit betroffen sind, kann ich ebenfalls bestätigen. Während bei mir schon alle männlichen Exemplare an Nasenfluss gelitten haben, konnten beim züchtenden Weibchen Nr. 1 noch nie entsprechende Symptome festgestellt werden. 

Paarung

Das Paarungsverhalten der "Tunesischen Landschildkröten" unterscheidet sich nicht wesentlich von anderen Unterarten der Maurischen Landschildkröte (Testudo graeca spec.). Die Hauptpaarungsaktivität im Terraarium liegt in den Monaten Oktober bis Dezember nach dem Umsetzen vom Freilandgehege (Winterruhe) ins Innenterrarium (Frühling). Nach dem Umsetzen ins Aussengehege im Mai/Juni, je nach Witterung, setzt wiederum eine Zunahme der Paarungsaktivitäten ein.
Die Männchen rennen beim Paarungsvorspiel hochbeinig und in erstaunlichem Tempo auf die Weibchen zu und umkreisen diese. Mit gezielten Rammstössen des Panzers und Bissen in die vorderen und hinteren Extremitäten werden die Weibchen an der Flucht gehindert und in eine optimale Position zum Aufreiten manövriert. Beim Aufreiten gibt das Männchen mit weit aufgerissenem Maul gut hörbare Stöhnlaute von sich.
HUFER & BÜDDEFELD (2000) beschreiben, dass paarungsunwillige Weibchen zuerst durch ruckartiges Kopfschütteln und später durch Drehen des gesamten Körpers das Männchen abschütteln, um in ihr Versteck zu flüchten.

Eiablage, Inkubation, Schlupf

Entsprechend der jahreszeitlichen Verschiebung durch die Terrarienhaltung werden die Eier zwischen Ende November und Mitte März abgelegt (siehe Tabelle 4). Pro Weibchen wurden bis jetzt maximal zwei Gelege mit 1 bis 6 Eiern abgelegt. Bei HUFER & BÜDDEFELD (2000) werden bis zu 3 Gelege mit 3 - 4 Eiern gelegt. ROGNER (2001) berichtet, daß drei verschiedene Weibchen jeweils ein Gelege mit 2 Eiern ablegten. Eine in der Natur gefundene Eigrube enthielt 6 Eier (siehe Pkt. 2.3.6.3).
Die Schildkröten vergraben die Eier auf die übliche Weise in einer Tiefe von 12 - 15 cm. Die Eigrube ist birnenförmig und die Eier werden nebeneinander an der Wand platziert. Die Eigrube wird oben mit Erdmaterial dicht verschlossen, während in der Eigrube selbst die Eier nur sehr locker mit Erde umgeben sind HUFER & BÜDDEFELD (2000). Die Eier sind entsprechend der Größe der Tiere und der doch erstaunlichen Anzahl pro Tier und Gelege sehr klein. 10 von mir vermessene Eier hatten folgende Grösse: 27 bis 30 x 25 bis 28 mm. Bei HUFER & BÜDDEFELD (2000) 17 bis 29 x 25 bis 27 und ein Gewicht von 11,5 bis 13,7 g. ROGNER (2001) gibt Grössen von 29 bis 31 x 21 - 24 mm an. Bei HUFER & BÜDDEFELD (2000) hatte ein unbefruchtetes Gelege bestehend aus 3 Eiern ein niedrigeres Gewicht von 10,2 bis 10,6 g.
Die Eier werden in eine Jaeger Kunstglucke überführt und zu einem Drittel im Sand eingegraben inkubiert. Bei einer kosntanten Inkubationstemperatur von 30 - 32°C schlüpfen die Jungtiere nach 61 - 71 Tagen. Erstaunlich ist doch die Differenz der Inkubationsdauer beim Gelege Nr. 5 von 10 Tagen vom ersten bis zum letzten Schlüpfling unter identischen Bedingungen. HUFER & BÜDDEFELD (2000) geben, abhängig von der Inkubationstemperatur, folgende Brutdauer an: 29,7 °C  71 - 75 Tage, bei 31°C  67 - 68 Tage. Bei ROGNER (2001) schlüpften die Jungtiere bei einer Temperatur von 31°C (+/- 2°C) zwischen 66 und 71 Tagen.
Die Schlüpflinge haben ein Gewicht von 7,8 - 9,0 g (HUFER & BÜDDEFELD 2000)

Tabelle 4: Eiablagen, Eigrössen, Inkubationsdauer

Gelege Nr. Weibchen Datum d. Ablage Anzahl
(unbefruch)
Eigrösse
mm
Datum
Schlupf
Anzahl 
Tage
Bemerkung
1 1 05.02.00 2 (1)   14.04.00 68  
2 2 06.03.00 1 (1)        
3 ? 08.04.00 5 (5)        
4 2 11.11.00 4 (2)
1 defekt
27/27
27/26
28/26
27/25
16.01.00 66 beim Ausgraben beschädigt
5 2 07.12.00 6 (3) 29/25
30/25
29/27
29/28
27/27
29/27
06.02.01
12.02.01
16.02.01
61
67
71
 

Aufzucht

Die Aufzucht der Schlüpflinge erfolgt in einer 60x40 cm grossen Kunststoffbox. Als Bodengrund dient in der einen Hälfte ein Gemisch aus Gartenerde mit Sand im Verhältnis 1:1 und in der anderen Hälfte reiner Sand. Das Gartenerde-Sand-Gemisch ist mit einer Schicht von Heu abgedeckt und wird immer leicht feucht gehalten. Der Sandteil bleibt trocken und wird mit einem 60-W-Spotstrahler teilweise erwärmt. Die Kunststoffbox steht während der Wintermonate und in der Übergangszeit im Frühjahr und Herbst im Terrarienkeller und hat dort die gleichen Temperaturbedingungen wie die erwachsenen Tiere. Im Sommer wird die eingerichtete Box im Obergeschoss des Wohnhauses an die Balkontür gestellt, so dass Sonnenlicht das Aufzuchtterrarium beleuchtet. Je nach Witterung und Aussentemperaturen wird die ganze Aufzuchtbox auf den Witterungsgeschützten Balkon gestellt, um den Jungtieren ungefiltertes Sonnenlicht zu bieten.
Die Fütterung erfolgt, entsprechend den ausgewachsenen Tieren, während dreiviertel des Jahres ausschliesslich mit Wiesenkräutern. Im Aufzuchtterrrarium steht auch eine kleine Schale mit Wasser, welches täglich gewechselt wird.
Die Jungtiere verbringen die Nacht jeweils unter dem Heu und leicht eingegraben im Bodensubstrat. Sobald die Sonne oder die Spotleuchte das Terrarium erhellt kommen die Schlüpflinge aus ihren Verstecken, um sich zu sonnen und Nahrung zu suchen. Nach einer ersten Aktivitätszeit ziehen sich aber die Tiere schnell wieder unter das Heu zurück. Bei Annährung eines Menschen verschwinden die Jungtiere ebenfalls schnell wieder in ihren Verstecken.

Schlussbemerkungen

Die "Tunesische Landschildkröte" ist sicher keine Anfängerschildkröte. Sie ist nur mit einigem zeitlichen und finanziellen Aufwand (Innen-, Aussengehege, Beleuchtung) zu halten. Der Gesundheit der Tiere ist grösste Aufmerksamkeit zu schenken. Eine Vergesellschaftung mit anderen Schildkröten ist strikte abzulehnen, da gerade diese Tiere sehr anfällig auf Krankheitserreger und Parasiten anderer Schildkröten reagieren.
Der Zusatz "zu empfehlen" zum Artikel von ROGNER (2001) auf der Titelseite der DATZ 5/2001 ist unter diesen Gesichtspunkten geradezu irreführend.
Andererseits ist diese Landschildkrötenart durch ihre Aktivität und geringe Grösse für eine Terrarienhaltung sehr attraktiv. Eine kombinierte Innen- und Aussenhaltung, den Temperatur- und Witterungsbedingungen angepasst, scheint mir zur erfolgreichen Haltung unumgänglich.
Die vermehrt publik werdenden Haltungs- und Aufzuchtserfolge geben doch Anlass zur Hoffnung, dass diese interessante Landschildkröte in unseren Terrarien eine Zukunftschance hat.

Literaturquellen

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Ich bedanke mich bei dem Autor, Herrn Urs Jost, dass ich diesen interessanten Bericht hier veröffentlichen darf. 

Siehe auch    http://www.sigs.ch/

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