Tunesische Landschildkröte

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  Tunesische Landschildkröten, Licht

Tunesische Landschildkröten

Terrarienbeleuchtung


 

Übersicht: Licht ist Leben
Beleuchtung - Lampen-Vergleich
UV-Versorgung
nicht verwenden...
Beleuchtungsrhythmus
 
Stromkosten für die Terrarientechnik berechnen



 
Die Tunesische Landschildkröte ist tagaktiv und kommt aus einem warmen, lichdurchfluteten Biotop. Die Beleuchtung ist deshalb eines der wichtigsten Themen für die erfolgreiche Haltung von diesen Schildkröten.

Die Aufgaben des Lichts sind dabei sehr vielfältig. Das Sonnenlicht spendet Helligkeit, Wärme, UV-Strahlung und wirkt anregend auf den gesamten Stoffwechsel. Als Sonnenlicht-Ersatz für den Dauerbetrieb eignen sich daher nur hochwertige Strahler wie hqi-Strahler (= Halogen-Metalldampf-Hochdruckstrahler), da sie einerseits eine hohe Lichtausbeute haben und gleichzeitig Wärme und die notwendige UV-B-Strahlung abgeben. 
Einfache Halogenstrahler (Baustrahlervariante mit stabförmigem Brenner, mindestens 150, besser 300 Watt) können (bedingt) ebenfalls verwendet werden, allerdings ist die Lichtleistung nicht so hoch wie bei hqi-Strahlern. Auch kann die UV-Ausbeute und Lichtqualität von Halogenlampen bei weitem nicht mithalten. Jedoch sind sie immer noch besser als Leuchtstoffröhren oder Glühbirnen. Die kleinen Halogen-Kaltlichtspiegel-Birnchen (20 W, 35 W oder 50 W) sind für Schildkröten jedoch in keinem Fall geeignet, da dort der Lichtstrahl zu stark gebündelt wird und die Lichtleistung zu gering ist.
Insgesamt sind hqi-Strahler im Verhältnis zu Stromverbrauch/Lichtleistung/Lichtqualität eine der besten Lichtquellen überhaupt. 

Hier einige Beispiele für die Lichtleistung verschiedener Leuchtmittel
(Quelle: Fa. Osram,  Katalog 2000/2001)

eine gewöhnliche Glühbirne, 60 W  , hat ca. 730 Lumen 

eine gewöhnliche Glühbirne, 100 W  , hat ca. 1350 Lumen 

eine Leuchtstoffröhre Lumilux ecoplus daylight, 36 W (1,20 m lang) ca. 3250 Lumen 

eine Kompaktleuchtstoffröhre (Osram Dulux), 36 W, hat ca. 2900 Lumen, 
wobei bei allen Leuchtstofflampen die Lichtdichte nicht sonderlich groß ist, d. h. daß bei größerem Abstand die Lichtintensität  ganz rapide nachläßt.

eine Halogen-Kaltlichtspiegel-Lampe hat bei 50 W 1430 bis 2580 Lumen (je nach Abstrahlwinkel des Reflektors), ist allerdings dann stark gebündelt und für unsere Zwecke nicht geeignet.

ein Halogenstrahler (Baustrahler-Variante mit Leuchtstab) hat neben einer schlechten Lichtqualität bei 100 W windige 1650 Lumen :-(((

eine HQL 125 W hat ca. 5.000 Lumen je nach Fabrikat und Lichtfarbe 

eine ML(R) 160 W (Mischlichtlampe, die ohne Vorschaltgerät arbeitet) hat ca. 2600 Lumen. 
Es sind Birnen, die einerseits einen "normalen" Glühdraht, wie eine Glühbirne, haben, andererseits einen kleinen Hochdruckkolben, in dem ein Gas(gemisch) gezündet wird. Die Wärmeausbeute ist relativ hoch, aber die Lichtleistung relativ schlecht für die 160 W Stromverbrauch. Eine Ersatzbirne kostet, wenn sie einen eingedampften Reflektor hat (Bezeichnung: MLR), ein kleines Vermögen: um die 120,-- - 160,-- DM / 60,-- - 80,-- EUR. Ohne eingedampften Reflektor (ML) machen diese Birnen keinen Sinn. 

ein HQI-Strahler mit nur 70 W/NDL hat ca. 5.200 Lumen! 
(was ist ein HQI-Strahler ???) 

ein HQI-Strahler /NDL hat ca. 11.250 Lumen; eine Ersatzbirne kostet ca. 30,-- bis 40,-- EUR. 

Je nach geeignetem Reflektor über dem Brenner kann sich die Lichtleistung von allen Lampen noch um bis zu 40% erhöhen lassen! Das gilt aber nur, wenn der Reflektor genau auf die Birne/Röhre berechnet und abgestimmt ist! Backformen oder Alupapier sind kein Reflektor-Ersatz :-) 

Sonnenlicht in den Bereichen, wo unsere Schildkröten leben, hat ca. 100.000 - 120.000 Lux, selbst an bedeckten Tagen immer noch 25.000 - 30.000 Lux!!!
Also ist die beste Lichtquelle, die wir bieten können, immer noch ein schlechter Ersatz für das natürliche Sonnenlicht!

Noch ein Wort zur UV-Versorgung unserer Tiere: Das UV-B (nicht, wie häufig angenommen, das UV-A) ist nötig, damit die Tiere im Körper genügend Vitamin D3 bilden und damit genügend Kalzium in ihre Knochen einlagern können. Ausserdem wirken UV-Strahlen belebend und stärken das Immunsystem. Am besten kann das durch natürliches Sonnenlicht geschehen. Da wir unsere Tiere aber selten an die echte Sonne setzen können, sind wir auf künstliche UV-Quellen angewiesen, die bei richtigem Einsatz ein guter Ersatz für das UV aus der Sonne sind.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten um die Tiere mit UV-Strahlung zu versorgen:
 

  • Verwendung von lichtstarken Strahlern, die gleichzeitig UV abgeben:  HQL- Lampen, wobei HQL zwar eine gute Lichtqualität hat, aber nicht sooo viel UV abgibt. Eine zusätzliche, gelegentliche Bestrahlung mit der Osram Ultra Vitalux (siehe unten) ist dann 1 x wöchentlich erforderlich.
     
  • Verwendung von hqi-Strahlern. Die hqi-Strahler geben wesentlich mehr UV-B ab. Neuerdings sind fast nur noch HQI-Brenner ("HQI-Birnen") mit UV-Stop im Umlauf, aber der UV-Stop lässt ca. 20% UV übrig, sodass dann bei den Schildkröten eine 1x monatliche Bestrahlung mit der Osram Ultra Vitalux (siehe unten) ausreichend ist.
     
  • Regelmäßige Verwendung der Osram Ultra Vitalux . Das ist eine Spezialbirne, die konzentriertes UV-B abgibt und deshalb im Abstand von einem Meter täglich nur minutenweise eingesetzt wird. Man beginnt mit einer Bestrahlungsdauer von 5 Minuten und steigert diese dann wöchentlich um 2 Minuten, bis man auf täglich 15 bis 20 Minuten angekommen ist. 20 Minuten ist das Maximum. Die Schildkröten sollten während der Bestrahlungszeit auch Ausweichmöglichkeit in Verstecke haben. Da die Lampe konzentriert UV-Strahlung abgibt, ist eine Überwachung der Bestrahlungszeit mit einem Timer (Eieruhr) oder einer Zeitschaltuhr unumgänglich. Zu lange UV-Bestrahlung verursacht einen Sonnenbrand, wie bei uns auch . Dadurch entstehen schlimme Haut- und Augenschäden bei den Tieren (deshalb sicherheitshalber auch die eigenen Augen mit einer Sonnenbrille schützen)! Tägliche Bestrahlung ist nur erforderlich, wenn keine HQL- oder HQI-Lampen als Wärmelampen eingesetzt werden.
Was nicht verwendet werden sollte:
Die im Handel befindlichen sog. UV-Leuchtstoffröhren taugen nicht viel. Sie geben nur sehr wenig UV-Strahlung ab, die im laufenden Betrieb immer weniger wird, sodaß nach ca. sechs Wochen kein UV-Anteil mehr vorhanden ist, der für Schildkröten ausreichen würde. Diese Röhren sollten daher alle 4 Wochen erneuert werden, was bei einem Preis von ca. 45,-- DM / 23,-- EUR sehr kostspielig ist.
Weiterhin werden in der letzten Zeit oft billige, sogenannte " Wärmelampen mit UV-Anteil " im Zoofachhandel verkauft. Messungen haben jedoch ergeben, daß der UV-Anteil nach wenigen Tagen nicht mehr vorhanden ist und Lichtmenge und Lichtqualität lassen mehr als zu wünschen übrig.
Dann gibt es auch noch solche Leuchten; da erübrigt sich jeglicher Komentar .....
Glühbirnen   sollten für die Tunesischen Landschildkröten wegen der geringen Lichtleistung und der schechten Lichtqualität nicht verwendet werden. Sie können allenfalls eine vorübergehende Notlösung als Wärmestrahler sein. Hier hat sich dann am besten die Osram Concentra bewährt, da diese Birne einen eingedampften Reflektor hat.
 

Hier die Seite als pdf-Dokument zum Ausdrucken:  bitte anklicken und abspeichern (licht.pdf, 115 KB)
 

Ein interessanter Link zum Thema "Terrarienbeleuchtung" befindet sich hier bei phelsuma.de

 
  In welchem Rhythmus soll das Licht am besten eingeschaltet sein?

Lichttabelle
Licht 30° nördl. Breite   Tunis  36° 50' nördl. 
Breite
  Licht ein Licht aus
Januar 7:30 17:55
  7:30 18:15
Februar 7:30 18:35
  7:30 19:00
März 7:30 19:30
  7:30 20:00
April 7:30 20:25
  7:30 20:45
Mai 7:30 21:05
  7:30 21:20
Juni 7:30 21:30
  7:30 21:25
Juli 7:30 21:25
  7:30 21:05
August 7:30 20:45
  7:30 20:25
September 7:30 19:55
  7:30 19:20
Oktober 7:30 19:00
  7:30 18:35
November 7:30 18:05
  7:30 17:55
Dezember 7:30 17:45
  7:30 17:50

 
 Die Homepage wurde zuletzt aktualisiert am 26.10.2014    © E. K.