Tunesische Landschildkröte

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  Bestimmungshilfe - Tunesische Landschildkröten, Testudo graeca graeca

Tunesische Landschildkröten

Bestimmungshilfe
 

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Laufend erreichen mich Anfragen zur Unterartzugehörigkeit von Tunesischen und anderen Maurischen Landschildrköten aus Vorderasien oder Nordafrika.
Leider sind die einzelnen Unterarten aus dem grossen Komplex der Maurischen Landschildkröten nur sehr schwer zuzuordnen. Am leichtesten lassen sich die europäischen Vertreter, Testudo graeca ibera, von den anderen Unterarten abgrenzen. Hat man aber "Nordafrikaner" vor sich, wird die Sache schon erheblich schwieriger. Selbst die Wissenschaft ist sich dabei nicht immer einig. Daher sind auch die Unterartzuordnungen in den wenigen Veröffentlichungen zum Thema z. T. recht unterschiedlich.

Um die vielen Unsicherheiten der privaten Schildkrötenhalter etwas zu beseitigen, will ich mit dieser Seite wenigstens einmal versuchen, die Tunesischen graeca-Vertreter von den anderen "Nordafrikanern" abzugrenzen.

Diese Zuordnung beruht auf meinen persönlichen 10jährigen Erfahrungen mit Testudo graeca "nabeulensis" (derzeit wieder mal T. graeca graeca genannt) und ist keineswegs wissenschaftlich abgesichert. Dazu möchte ich mich trotzdem bei Herrn Alexander Pieh bedanken, der den graeca-Komplex wissenschaftlich untersuchte und mir viele Hinweise zu den charakteristischen Merkmalen von T. graeca "nabeulensis" gab.

Diese Beschreibung ist natürlich nur auf gesunde, nicht fehlgewachsene Schildkröten anwendbar! Leider sind Tiere, die sich schon längere Zeit in menschlicher Obhut befinden, wegen der Wachstumsveränderungen durch unsachgemäße Haltung häufig nicht mehr klar zuzuordnen!

 

Bilder anklicken zum Vergrößern
Rechts oben ein in freier Natur aufgewachsenes Jungtier, wie es von der Größe her häufig illegal importiert wird und noch nicht durch falsche Haltung fehlgewachsen ist:
Länge: 81 mm
Breite: 65 mm
Höhe: 55 mm!
Gewicht: 140 g
Alter: ca. 6 - 7 Jahre!

Die meisten Touristenmitbringsel sind jedoch, meiner Erfahrung nach, kleiner (Gewicht zwischen 20 und 60 g). Das Tierchen rechts unten wiegt 26 g und ist knapp 2 Jahre alt.


Größe: Ausgewachsene Tiere:
Männchen 12 bis 13 cm Panzerlänge
Weibchen bis 16 cm Panzerlänge
Gewicht: Ausgewachsene Tiere:
Männchen 230 - 280 g, selten über 300 g
Weibchen meist um 400 bis 480 g, selten über 550 g
Gesamthabitus:
Die Tiere zeichnen sich durch einen ausgesprochen hohen Panzer aus.
Der höchste Punkt des Panzers liegt hinter der Mitte
Das Nuchale (Nackenschild; mittig über dem Kopf) ist am Ansatz relativ schmal, der Zuwachs wird zunehmend breiter.
Am Ansatz befindet sich sehr häufig ein kleiner schwarzer Fleck, der auch bei alten, relativ wenig pigmentierten Tieren meist noch gut zu sehen ist.

Relativ große Vorderbeinschuppen, die nicht länglich-spitz zulaufen, sondern abgerundet sind. Häufig einzelne schwarze Fleckchen auf den Vorderbeinschuppen.
Im Vergleich zu den Europäischen Landschildkröten haben die "Tunesier" relativ zarte, dünne Gliedmaßen, was selbst von schildkrötenerfahrenen Tierärzten nicht selten für "Untergewicht" gehalten wird ;-)
Die Haut im Halsbereich und im hinteren Oberschenkel- und Schwanzbereich weist immer eine ganz feine, schwarze Tüpfelung auf!
Sehr charakteristisch: die schwarze "Gesichtsmaske", die heller oder dunkler, großflächiger oder kleiner ausfallen kann, aber immer vorhanden ist: über der Nase beginnend abwärts über die Nasenspitze hinweg bis zum Kinn, oberhalb der Augen, um die Augen herum, unter den Augen bis zur Schnabelkante hinablaufend. Oft auch noch die schwarze Fläche am Hinterkopf mit einschließend.

Die Schuppe zwischen den Augen ist vergleichsweise groß! und häufig gelb gefärbt.
Man beachte auch die Form und die symmetrische Anordnung der anderen Kopfschuppen!
Die Mittelschilder sind weitgehend rechteckig und mehr oder weniger breit schwarz umrandet, aber nicht ganz so "kastenförmig" wie z. B. bei marokkanischen graecas.
Auch sehr charakteristisch: Auf den Seitenschilden befindet sich sehr häufig ein schwarzbraunes Dreieck mit einem Punkt. Dies kann auch nur einzelne Seitenschilde betreffen, ist aber in der Regel immer mehr oder weniger deutlich vorhanden.

Im hinteren Oberschenkelbereich links und rechts neben dem Schwanz befinden sich 2 - 3 Hornkegel, die i. d. R. erheblich kleiner ausfallen als z. B. bei T. g. ibera.
Auffallend große Fersenschuppen.
Die Bauchpanzerzeichnung verläuft sehr häufig (fast) spiegelbildlich. Sie kann großflächig, aber auch kleinflächig oder nur in "verwehten Fetzen" verlaufen.

Die Halsschilde sind immer tief heruntergezogen, nie flach.
Die Armschilde grenzen an die Brustschilde in einem spezifischen Bogen.
Adulte (= geschlechtsreife) Weibchen haben zwischen Bauchschilden und Beinschilden ein bewegliches Scharnier, das die Eiablage erleichtert.
Auf dieser Seite sind mehrere wildlebende T. g. nabeulensis aus der Region Nabeul abgebildet:
www.nabeulensis.de/Galerie3

Falls es Ihnen schwer fällt, Ihre Schildkröte unbekannter Herkunft der richtigen Art zuzuordnen, kann ich Ihnen dazu gerne behilflich sein. Schicken Sie mir dafür einige Fotos, die nach dem Prinzip aufgenommen wurden, wie auf dieser Seite beschrieben: Zur Artenbestimmung richtig fotografieren


 
 Die Homepage wurde zuletzt aktualisiert am 26.10.2014    © E. K.